Camino Frances,  Jakobsweg Blog

Camino Frances – Die Highlights Teil 1

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, gibt es über meinen Camino Frances, anders als bei meinem ersten Camino, keine einzelnen Etappenbeschreibungen mit all den Geschichten, die ich erlebt habe. Ich habe lange darüber nachgedacht, aber dann beschlossen, dass ich dazu auch nichts verfassen werde. Denn bei diesem Camino ging es mir darum, einfach nur alleine zu sein und vieles mit mir selbst auszumachen. Deshalb werde ich auch den Großteil für mich behalten. Ich freue mich aber, meine persönlichen Highlights mit euch zu teilen.

Übrigens: Nach wie vor bin ich baff, wie viele Menschen sich bei mir melden und mich zum Camino ausfragen oder mir einfach nur ein Kompliment für meinen Blog machen. Fühlt euch gedrückt ihr Herzensmenschen! Und lachen muss ich darüber, dass das Top Keyword für einen Besuch auf meinem Blog immernoch “Regenponcho Pilger” ist …. Also falls ihr das hier lest: Nehmt keinen Poncho mit Knöpfen an der Seite!! Das ist nicht praktisch, sondern einfach nur nervig, weil die ständig aufreißen und dann umherflattern …

Beginnen wir nun mit den Highlights meiner Reise 🙂

Highlight 1: Der Flug – Okay, ein klein bisschen Spaß ist dabei. Wer aber meinen ersten Beitrag zum Thema Fliegen gelesen hat, der weiß, dass ich damit so meine Problemchen habe. (Hier nochmal nachlesen) Mein persönliches Highlight dabei ist, dass ich es geschafft habe, sehr entspannt nach Spanien zu fliegen. Auch wenn mir irgendwie immer komische Dinge auf Flughäfen passieren. Ich saß am Gate und wartete aufs Boarding und plötzlich wurde meine Name aufgerufen …? Das Herz rutscht mir in die Hose und ich begebe mich zum Schalter. Mit mir noch drei weitere Personen. Alle völlig ratlos. Die Mitarbeiterin hinterm Schalter sagt, dass wir am Notausgang sitzen und ob das denn okay für uns sei – ja na klar! Wenn’s sonst nichts ist. Dann durften wir auch schon einsteigen und wurden noch geschult, wie man die Tür im Notfall aufmachen muss. Ja, da kamen kurz Zweifel bei mir auf. Ich, zartes Mädchen, 1,60m und 54 kg soll eine Flugzeugtür öffnen und Menschen da raus helfen … joa.

Highlight 2: In Spanien angekommen, ich steige aus dem Flugzeug … einmal tief luftholen …. hhhaacccchh der Duft von Spanien. Das habe ich so vermisst. Kennst du diesen typischen Geruch? Die warme Luft, die dir entgegen strömt? Einfach nur wundervoll.
An dieser Stelle sei folgende Frage erlaubt: Was ist eigentlich das Gegenteil von einem Highlight? … Naja vielleicht finde ich es im Verlauf des Schreibens noch heraus. Jedenfalls kein Highlight war für mich der Flughafen Madrid. Ein Labyrinth durch und durch. Aufgrund der Corona-Einreisebeschränkungen durfte man nur mit ausgefüllter Einreiseanmeldung den Flughafen durch einen Ausgang verlassen. Gefühlt bin ich den halben Camino bis zu diesem Ausgang gelaufen. Dann ab in den überfüllten Bus zum Fernbusterminal. So viele Menschen hatte ich zuvor das letzte Mal “vor Corona” gesehen. Mit Migräne ging es dann in den Alsabus Richtung Leon. Dieser ist die komplette Strecke von Madrid nach Leon durchgefahren ohne Pause. Ohne Klo. Also alles andere als ein Highlight diese Anreise. Irgendwie war ich aber dennoch total beseelt und happy. Zumindest solange, bis die Mitfahrerin vor mir ihren Sitz einfach so nach hinten klappt… Hauptsache die Dame liegt gut.

Highlight 3: Das erste “Buen Camino”.
Nach meiner Ankunft in Leon habe ich mich den typischen Touri-Dingen hingegeben. Sehenswürdigkeiten ansehen und Essen gehen. Mein Hostel war super! Ich hatte ein Vierbett-Zimmer nur für mich und konnte am nächsten Tag dort frühstücken. Mein erster Camino Tag 🙂
Ich war so unglaublich froh, dort zu sein und ging die ersten Schritte auf dem Camino Frances mit Vorfreude und Neugierde. Was werde ich hier erleben? Welche Erkenntnisse wird mir der Camino schenken? Welche Menschen darf ich kennenlernen? … In diesen Gedanken versunken kam mir eine Frau entgegen und sagte: “Buen Camino.” Ich erwiderte “Gracias” und musste danach tatsächlich ein Tränchen verdrücken. Du realisierst wirklich, dass du auf dem Camino bist, wenn du das hörst!

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